Willkommen beim Turmkapselprojekt

Einführung
In und um Territorien des ehemaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation finden sich vielerorts verborgene "Nachrichten für die Nachwelt". Es handelt sich um faszinierende Schriften und z.T. Gegenstände, die in Büchsen, Kisten oder anderen Behältern - also den eigentlichen "Kapseln" - in die Turmkugeln/-knöpfe/-knäufe prominenter Gebäude eingelegt wurden (Beispiele). Oft geschah dies nicht nur bei der ursprünglichen Errichtung der jeweiligen Kirchen oder weltlichen Anlagen, sondern auch bei nachfolgenden Restaurierungen, typischerweise im Abstand von 1-2 Generationen. Der Brauch ist vom Mittelalter bis in die Gegenwart belegt und wird von Beat Kümin an der Universität Warwick in England erforscht (Profil / Projekt Informationen / BlogVideo-Reihe zu Feldstudien in der Schweiz). Die Webseite reflektiert den Informationsstand von Januar 2026 und wird weiter aufdatiert.

Regionen, Standorte, Ersteinlagen - Hinweise zur Benutzung
Die Europakarte auf dieser Einstiegsseite zeigt die bisher erfassten Gebiete. Relevante Turmstandorte sind durch farbige Kreise umgrenzt, wobei die Ansicht durch das Klicken auf jeden Cluster vergrössert werden kann. Auf der Stufe einzelner Lokalitäten (also der höchsten Zoom-Auflösung) öffnet ein Klick auf den blauen Markierungspunkt ein Fenster mit dem Ortsnamen, der wiederum Zugang zu Daten wie Gebäudetyp, Ersteinlagedatum und Belegen bietet. Via die nationalen Ebenen Deutschland, Österreich und Schweiz in der Kopfzeile kann auf einzelne Bundesländer bzw. Kantone zugegriffen werden. Auf deren Regionalseiten sind die räumliche Verteilung der Standorte bzw. chronologische Abfolge der Ersteinlagen auf Zeitschienen einsehbar; für die intensiver erforschten vier Fallstudien (Braunschweig, Mecklenburg-Vorpommern, Vorarlberg und Zürich) zudem eine Aufschlüsselung nach Jahrhunderten. Die Gesamtzahl aller Turmkapseleinlagen ist aufgrund von Verlusten bzw. Dokumentationslücken nicht mehr rekonstruierbar, aber es handelt sich um ein weit verbreitetes und historiographisch noch kaum behandeltes Phänomen. Im (ehemals) deutschsprachigen Raum konnten bisher über 1800 Standorte identifiziert werden und in den erwähnten vier Fallstudien 293.

Eine Auswahl einschlägiger Quellen und Literatur erscheint unter Ressourcen. Das Suchfeld (oben rechts) ermöglicht gezielte Zugriffe auf Orte, Jahre und Gebäudetypen (z.B. Pfarrkirche, Rathaus, Wehrturm). 

Einlagen sind auf beiden Türmen der Jesuitenkirche in Luzern (Schweiz) belegt. Die Kugel rechts erscheint auch im Banner am oberen Rand dieser Webseite. Foto: BK.
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